Robin

Ein Pferdeleben mit vielen Hochs und Tiefs

Da ich in den 36 Jahren mit Pferden vieles erlebt habe, möchte ich diese Seite hier nutzen, einige Erfahrungen weiter zu geben.

Anhand Robins Geschichte soll deutlich werden, welche Tücken das Leben in Menschenhand für ein Pferd bereithalten und auf welche Art und Weise ein Pferd darauf reagieren kann. 

Sowohl Psychisch, als auch Physisch.

Bild 1: Robin, 4jährig,         
 
 
Bild2:Auf den Tag genau, 8 Jahre später, nämlich zwei Tage vor meinem Geburtstag. Hier war er mehrere Wochen in einem Reitstall "zwischengeparkt", da der eineinhalbjährige Aufenthalt in einem Offenstall sowohl für ihn als auch für mich in puren Stress ausgeartet war.

 

Bild 3: Wieder ein Jahr später: Hier hatte er seinen Frieden gefunden....und ich mit ihm. Doch leider nicht auf Dauer, da der Stall aufgelöst wurde. Für ihn und auch für mich war es die schönste Zeit, die ich je mit Pferden zusammen erlebt habe. Dank des hervorragenden Managements konnte man an jedem einzelnen Pferd beobachten, wie konfliktvermeidend sich Pferde verhalten, wenn sie sich in einer wohlwollenden, pferdeverständigen Umgebung befinden und Robin konnte dort die Stärken seines Sozialverhaltens ausleben. Seine Stärken der Friedfertigkeit, der geduldigen Beharrlichkeit, des Konfliktvermeidens und er war vom ersten Tag der Eingliederung an stabil und ausgeglichen, verlor die Schreckhaftigkeit und sogar das Koppen hatte sich auf ein Minimum reduziert.

Von April 2010 bis Oktober 2011 stand er  in diesem Offenstall. Im Oktober zog er wieder um, in Boxenhaltung mit ganztags Gruppenauslauf, der sich leider auf stundenweisen Auslauf reduziert hat und ein weiterer Umzug steht bevor. Er braucht freie Bewegungsmöglichkeit, frische Luft und Heu ad libitum, sowie Bedingungen, die ihm auch als Neuankömmling  und Rangniedrigsten ermöglichen, Pferdefreundschaften zu knüpfen und zu pflegen.

Robin ist kein Kämpfer sondern vermeidet Konflikte, wo es nur geht - selbst, wenn es bedeutet auf Futter und Wasser zu verzichten und sich anstattdessen koppend in sich zurückzuziehen. Obwohl er in einer früheren Kleingruppe mit 5 Pferden jahrelang souveräner, friedlicher Anführer gewesen ist, hat er es bisher nicht mehr geschafft, sich in anderen Gruppen hochzukämpfen, sondern hat bei seinen Versuchen zu bestehen, viel an Verletzungen eingesteckt, so dass er es vermeidet, sich durchzusetzen.  

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass er sich jedoch auch sehr aktiv am Gruppengeschehen beteiligt,wenn es die Umstände zulassen, wie zB in einem Stall, indem er eine Art beschützende Rolle für zwei Oldies übernommen hatte, für die er eintrat, die zu jederzeit mit ihm an seinem Platz mitfressen durften und die er vor Attacken durch andere Pferde schützte. Natürlich nicht ganz uneigennützig - denn er hatte sich schon in der ersten Nacht der Zusammenführung damit innerhalb einer Pferdegruppe seine eigene kleine Gruppe abgespalten, in deren Schutz er der Gesamtgruppe konfliktarm näher kommen konnte. Aber er hat sie nicht nur für sich benutzt, sondern auch die Verantwortung dafür übernommen und aufrecht erhalten.

Egal ob er ranghöher oder rangniedriger gewesen ist - er hat in den 10 jahren, seit ich ihn kenne, noch keinem anderen Pferd je eine sichtbare Verletzung zugefügt. Nichteinmal, wenn er sich gegenüber Rangniedrigen durchsetzte. Wie er das gemacht hat, ist mir ein Rätsel - bei dem was man oft an tagtäglichen, verletzungsträchtigen Rangkämpfen zwischen Ranghohen und Rangniedrigen Individuen beim Regeln der Positionen miterlebt.

Nun bleibt abzuwarten, wie er sich im künftig neuen Zuhause einleben kann. Ich wünsche ihm ein Ankommen in einem endlich dauerhaften Zuhause, wo er sein darf, wie er ist.

Robin ist ein guter Lehrer und so, wie ich ihn bisher erlebt habe, passt auf ihn das Zitat von  Mahatma Gandhi, der so treffend gesagt hat:

Zitat: "Was mit Gewalt erlangt wird, kann nur mit Gewalt bewahrt werden" .

-----> Weil Robin in allen Lebenslagen stets Konflikte vermeidet wo es nur geht und friedliche Lösungen bevorzugt, selbst wenns ums Überleben in menschlicher Gefangenschaftshaltung geht. 

 ................und weil ich Mahatma Gandhi für einen sehr weisen Mann halte und ihn deshalb gerne zitiere, noch ein Zitat:

 

Zuerst ignorieren sie Dich

dann machen sie Dich lächerlich

dann bekämpfen sie Dich

und dann verlieren sie gegen Dich.

 

und in diesem Sinne wünsche ich Robin, dass er bleibt, wie er ist und die Zeit für ihn arbeiten wird.

 

Update: Robin musste nochmals 3 Stallwechsel ertragen. Seit Oktober 2012 steht er nun in einem Offenstal für zwei Pferde - siehe Tagebuch
 

 

 
 
 
 
 
 
 

 

hier klicken
www.alle-netze-flatrates.de